Die Inhaltsstoffe: Herkunft, Forschung, Einordnung
Zwölf Nährstoffe stecken in einem Milliliter Sildorafil — acht Vitamine, ein Mineralstoff und drei Aminosäuren. Jeder dieser Stoffe hat eine eigene Entdeckungsgeschichte und eine eigene Biochemie, und für jeden sieht die Studienlage anders aus. Diese Seite trägt zusammen, was darüber bekannt ist: woher die Substanzen stammen, wie sie im Körper verarbeitet werden und was in kontrollierten Studien untersucht wurde. Die verlinkten Arbeiten beziehen sich auf die Einzelstoffe, nicht auf das Produkt.
Zink: das Spurenelement ohne Vorratslager
Der menschliche Körper enthält rund zwei bis drei Gramm Zink, verteilt auf Muskulatur, Knochen, Prostata und Netzhaut. Ein echtes Depot bildet er daraus nicht. Anders als beim Eisen gibt es keinen Vorrat, auf den der Körper bei Engpässen zurückgreifen könnte. Nachschub ist deshalb täglich nötig.
Zum Zusammenhang zwischen Zinkstatus und Testosteron liegt eine systematische Übersicht aus dem Jahr 2023 vor. Te et al. (Journal of Trace Elements in Medicine and Biology, 2023) werteten 38 Arbeiten aus, davon 8 klinische Studien am Menschen und 30 Tierstudien. Die Autoren beschreiben eine positive Korrelation zwischen Serumzink und Gesamttestosteron. Wie deutlich der Effekt einer Supplementierung ausfiel, hing in den eingeschlossenen Arbeiten vom Ausgangsstatus ab, von der Zinkverbindung, von der Dosis und von der Dauer. Dass die meisten dieser Daten aus Tierversuchen stammen, ist nicht zu übersehen — und bleibt die methodische Schwäche dieses Forschungsfeldes.
Sildorafil liefert 7 mg Zink als Zinkgluconat, ein organisch gebundenes Salz.
Vitamin C: 40 mg im steilsten Teil der Kurve
Der Mensch gehört zu den wenigen Säugetieren, die Ascorbinsäure nicht selbst herstellen können — das dafür nötige Enzym ist im Lauf der Evolution funktionslos geworden. Meerschweinchen und einige Primaten teilen dieses Schicksal, Hunde und Ratten nicht.
Wie viel Vitamin C der Körper tatsächlich aufnimmt und ab welcher Menge er gesättigt ist, klärte eine der aufwendigsten Ernährungsstudien überhaupt. Levine et al. (PNAS, 1996) nahmen sieben gesunde Freiwillige vier bis sechs Monate stationär auf und ernährten sie mit einer Kost, die weniger als 5 mg Vitamin C pro Tag enthielt. Anschließend wurden Plasma- und Gewebekonzentrationen bei sieben Tagesdosen zwischen 30 und 2500 mg gemessen. Das Ergebnis war eine sigmoide Kurve: Der steilste Abschnitt lag zwischen 30 und 100 mg pro Tag. Ab Einzeldosen von 500 mg sank die Bioverfügbarkeit, und das Aufgenommene wurde mit dem Urin wieder ausgeschieden.
Die Tagesdosis von Sildorafil enthält 40 mg — sie liegt damit im steilen Bereich dieser Kurve, nicht im Sättigungsplateau.
Vitamin B6: sechs Formen, eine aktive
Vitamin B6 ist kein einzelner Stoff, sondern eine Familie. Der Begriff fasst sechs verwandte Verbindungen zusammen, die alle einen Pyridin-Ring tragen; biologisch aktiv wird erst Pyridoxal-5′-Phosphat, kurz PLP. Als Cofaktor ist PLP an über hundert enzymatischen Reaktionen beteiligt, darunter Transaminierungen und Decarboxylierungen im Aminosäurestoffwechsel.
Parra et al. (Cells, 2018) fassen zusammen, was zu Synthese, Transport und Regulation bekannt ist. Ein Punkt aus dieser Übersicht ist für Nahrungsergänzungsmittel unmittelbar relevant: Pflanzen, Bakterien und Pilze können PLP von Grund auf selbst aufbauen — Menschen und die meisten Tiere besitzen keines der dafür nötigen Enzyme und sind vollständig auf die Zufuhr über die Nahrung angewiesen.
In Sildorafil stecken 1,4 mg Pyridoxinhydrochlorid pro Tagesdosis, die in Nahrungsergänzungsmitteln gebräuchlichste Form.
Vitamin B3 und die stillen Fünf: warum die Form zählt
Bei Vitamin B3 entscheidet die chemische Form über die Verträglichkeit. Nicotinsäure und Nicotinamid haben dieselbe Vitaminwirkung, aber unterschiedliche pharmakologische Profile. Nicotinsäure aktiviert einen Rezeptor, der die Gefäße erweitert — das ist der bekannte „Flush“ mit Hautrötung und Wärmegefühl. Nicotinamid, dem die Säuregruppe fehlt, tut das nicht.
Young und Gazzard (Eye, 2025) werteten 14 Übersichtsarbeiten aus und kommen zu dem Schluss, dass orales Nicotinamid mit einer niedrigeren Rate unerwünschter Ereignisse einhergeht als Nicotinsäure. Sildorafil enthält 16 mg Nicotinamid.
Die übrigen fünf tragen ihre Geschichte im Namen — oder im Molekül. Riboflavin ist nach dem lateinischen flavus benannt, gelb: Die Substanz färbt Lösungen und Urin sichtbar. Pantothensäure geht auf das griechische pantothen zurück, „von überall her“; Roger Williams wählte den Namen 1933, weil er den Stoff in nahezu jedem untersuchten Gewebe fand. Thiamin steht am Anfang der gesamten Vitaminforschung — Casimir Funk prägte 1912 bei seiner Arbeit mit Reiskleie den Begriff „Vitamine“. Und Vitamin B12 ist das einzige Vitamin mit einem Metallatom im Zentrum: Kobalt, eingebettet in einen Corrin-Ring. Dessen Struktur klärte Dorothy Hodgkin 1956 per Röntgenkristallografie auf und erhielt dafür den Nobelpreis. Biotin, in den 1930er-Jahren aus Eigelb isoliert, schließt die Reihe: 50 µg pro Tagesdosis.
L-Citrullin: aus der Wassermelone in den Harnstoffzyklus
1914 isolierten japanische Forscher eine bis dahin unbekannte Aminosäure aus dem Saft der Wassermelone, Citrullus vulgaris, und benannten sie nach der Pflanze. L-Citrullin ist nicht proteinogen — es wird nicht in Körpereiweiß eingebaut, sondern ist ein Zwischenprodukt des Harnstoffzyklus und wird in der Niere zu Arginin umgesetzt.
Die Plasmakinetik untersuchten Moinard et al. (British Journal of Nutrition, 2008) in der sogenannten Citrudose-Studie. Acht gesunde Männer erhielten nüchtern und in randomisierter Reihenfolge vier orale Einzelgaben von 2, 5, 10 und 15 Gramm. Über acht Stunden wurde zehnmal Blut abgenommen. Die Arbeit gehört zu den wenigen, die Aufnahme und Verträglichkeit von Citrullin systematisch beschreiben. Die dort geprüften Mengen im Gramm-Bereich liegen weit über den 20 mg, die Sildorafil enthält.
L-Glutamin: die häufigste freie Aminosäure im Blut
Keine andere frei im Blutplasma zirkulierende Aminosäure kommt in größeren Mengen vor. Der Körper stellt L-Glutamin selbst her, vor allem in der Skelettmuskulatur. In der Nahrung steckt es in Quark, Weizenkeimen und Sojabohnen.
Zur Sicherheitsbewertung führten Shao und Hathcock (Regulatory Toxicology and Pharmacology, 2008) eine quantitative Risikoanalyse durch. Bemerkenswert ist, wie sie zu diesem Ergebnis kamen: Weil sich in den ausgewerteten Humanstudien kein systematisches Muster unerwünschter Wirkungen zeigte, ließ sich weder ein NOAEL noch ein LOAEL ableiten — die üblichen toxikologischen Ankerpunkte fehlten schlicht.
L-Carnitin: ein Name aus dem Lateinischen
Carnis heißt Fleisch — dort wurde die Substanz 1905 auch entdeckt, in Muskelgewebe. Im Stoffwechsel schleust sie langkettige Fettsäuren durch die innere Mitochondrienmembran. Der Körper baut L-Carnitin selbst aus den Aminosäuren Lysin und Methionin auf.
Zur Aufnahme legte Rebouche (Annals of the New York Academy of Sciences, 2004) präzise Zahlen vor. Bei Carnitin aus der Nahrung liegt die Bioverfügbarkeit bei 54 bis 87 Prozent und hängt vom Carnitingehalt der Mahlzeit ab. Bei Einzeldosen von 0,5 bis 6 Gramm aus Nahrungsergänzungsmitteln verläuft die Aufnahme überwiegend passiv, mit einer Bioverfügbarkeit von 14 bis 18 Prozent. Was nicht aufgenommen wird, bauen Mikroorganismen im Dickdarm ab.
Warum eine Studie noch keine Aussage ist
Für L-Citrullin, L-Glutamin und L-Carnitin existiert in der Europäischen Union keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Die auf dieser Seite verlinkten Arbeiten zu diesen drei Aminosäuren betreffen Pharmakokinetik, Sicherheit und Stoffwechsel — sie belegen keine Wirkung von Sildorafil und dürfen auch nicht so gelesen werden. Eine Studie ist eine Untersuchung an einem Stoff, keine Aussage über ein Produkt.
Anders sieht es bei Vitaminen und Mineralstoffen aus: Hier hat die EU nach wissenschaftlicher Prüfung einen Katalog zulässiger Formulierungen festgelegt. Drei davon treffen auf die Zusammensetzung von Sildorafil zu — nachzulesen auf der Startseite im Abschnitt „Was wir über Sildorafil sagen dürfen“, im vorgeschriebenen Wortlaut.
ℹ️ Hinweis zu den Quellen: Alle Studienverweise dieser Seite führen zu PubMed, der öffentlichen Literaturdatenbank der US-amerikanischen National Library of Medicine. Jede Angabe lässt sich dort im Original nachprüfen.